Eine Hand wirft eine verbrauchte Einweg-E-Zigarette in einen Abfalleimer

Einweg-E-Zigaretten – Schlecht für Konsum und Umwelt

2022 betrug der Marktanteil von Einweg-E-Zigaretten laut dem Lobbyverband für E-Zigaretten BfTG etwa 40 Prozent des gesamten E-Zigarettenmarktes. Trotzdem könnten die Geräte in Zukunft wegen Nachhaltigkeitsproblemen verboten werden. // von Stefan Hammes und Sascha Werner

Viele, die mit dem Tabakrauchen aufhören wollen, erwägen den Griff zur E-Zigarette. Der Grund ist simpel: Im Tabak sind wesentlich mehr schadhafte Stoffe als in E-Zigaretten-Dampf. Aber gute E-Zigaretten sind teuer und können bis zu 200 Euro kosten. Um den Rauchstil auszuprobieren, lohnt sich für manch einen diese Investition nicht. Daher gibt es seit einigen Jahren Einweg-E-Zigaretten. Die sind preislich wesentlich erschwinglicher und sobald sie verbraucht sind, können Konsument:innen sie einfach entsorgen. Trotzdem sprach sich der Bundesrat Anfang des Jahres für ein europaweites Verbot der Einweg-Geräte aus. Die Gründe dafür sind zahlreich.

Einweg-E-Zigaretten sind nicht nachhaltig

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Thinglink zu Aufbau und Funktionsweise von Einweg-E-Zigaretten  // von Stefan Hammes

Bei der Betrachtung der Preise von Einweg-E-Zigaretten wird schnell deutlich, dass sie sich auf lange Sicht finanziell nicht lohnen. Das fängt bereits mit der Limitierung der Geschmacksrichtungen an. Kaufen Nutzer:innen ein Gerät, bleiben sie auf demselben Geschmack sitzen, bis dieser aufgebraucht ist. Und wenn der Geschmack zu Beginn schon nicht zusagt, bleibt nur die Entsorgung, oder das Abtreten des Gerätes an Bekannte und Freunde. Letzteres ist der wesentlich nachhaltigere Weg, da das komplette Gerät nach der Benutzung entsorgt werden muss.

Die nachhaltigste Lösung sind Mehrweggeräte

Auf lange Sicht lohnt sich der Griff zu wiederverwendbaren Modellen. Konsument:innen können diese wiederaufladen und wiederbefüllen. Im Falle eines Defektes sind sie außerdem leicht zu reparieren, denn oft sind die Geräte so konzipiert, dass sie mit Ersatzteilen ausgetauscht werden können. Beispielweise können Akkus, Verdampfer, Liquidtanks und Filter problemlos nachbestellt werden. Dazu bietet der Fachhandel umfangreiche Informationen an.

Richtige Entsorgung spielt eine große Rolle

E-Zigaretten-Fachgeschäfte sind dazu bereit, bei der Entsorgung zu unterstützen und bieten daher Sammelstellen für die Einweg-Produkte an. Problem sind oft allerdings Konsument:innen. „Ganz zu Anfang hatten wir eine kleine Auswahl an Einweg-E-Zigaretten und haben mit Einführung auch ein Rücknahmesystem für unsere Geschäfte ins Leben gerufen,“ sagt Patrick Marquard, Inhaber von der CalitO eSmoke GbR., ein E-Zigaretten-Fachgeschäft aus Bad Honnef, „Für zehn zurückgegebene Einweg-E-Zigaretten haben wir ein neues Gerät angeboten. Zurückgegeben wurden null Geräte. Das hat uns gezeigt, dass unsere Konsumgesellschaft lieber wegwirft. Aus diesem Grund führen wir keine Einweg-E-Zigaretten mehr in unseren Shops.“

Konsument:innen müssen stärker aufgeklärt werden

Viele Konsument:innen entsorgen die Geräte über den Hausmüll oder an öffentlichen Plätzen. Das kann viele Gründe haben, beispielsweise Unwissenheit, Gleichgültigkeit, oder Gewohnheit vom herkömmlichen Rauchen normaler Zigaretten. Die landen auch oft einfach auf der Straße oder im Mülleimer. So einfach ist es mit Einweg-E-Zigaretten dann doch nicht. Vor allem der Akku der Geräte stellt ein Problem dar. Er muss fachgerecht entsorgt werden, damit er keine ökologischen Schäden verursachen kann. Defekte und ausgelaufene Akkus können im Erdreich Grundwasser vergiften und somit Nahrungsketten zerstören.

„Ein sehr wirkungsvolles Mittel ist eine verständliche und zugängliche Information für Verbraucher:innen,“ sagt Christopher Stolzenberg, Pressesprecher des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). „Wenn möglichst viele Verbraucher:innen wissen, dass es sich bei E-Zigaretten um Elektrogeräte handelt, die nicht über den Restmüll entsorgt werden dürfen, dann ist viel gewonnen.“

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Illegale Einweg-E-Zigaretten stellen ein Problem dar

Genau wie für herkömmliche Zigaretten, gelten auch für E-Zigaretten strikte Regularien, um auf dem deutschen Markt zugelassen zu werden. Dabei unterliegen sie dem Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG) und der Tabakerzeugnisverordnung (TabakerzV).

Trotzdem sind auch hierzulande illegale Produkte im Umlauf, die den Sicherheitsstandards nicht entsprechen. Was bei den Kopien problematischer ist: oftmals sind Herkunft und Qualität unbekannt. Optisch sind sie teilweise kaum vom Original zu unterscheiden, locken aber Verbraucher:innen durch wesentlich günstigere Preise. Zu finden sind sie außerhalb des etablierten Fachhandels wie in Kiosken, Tankstellen, Shisha-Läden, aber auch auf Flohmärkten, sowie in Geschäften, die bis spät nachts oder zum Teil rund um die Uhr geöffnet haben. Dem ist sich Horst Winkler, Pressesprecher des Verbandes für eZigarettenhandel e.V. (VdeH), bewusst. „Der VdeH geht schon seit Beginn der Markteinführung dieser Geräte aktiv gegen unzulässige Produkte, Schmuggel und Plagiate vor. Bereits im Oktober 2021 haben wir erste Anbieter vor diesen Hintergründen abgemahnt,“ sagt er. Das habe dazu beigetragen, dass unzulässige Produkte heute seltener zu finden seien.

Illegale E-Zigaretten schaden mehr als zertifizierte Geräte

Eben weil die Zertifizierung durch die Regularien wegfällt, bringen illegale E-Zigaretten ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen mit sich. Illegale Produkte können erhöhte Konzentrationen krebserregender, oder anderweitig körperschädigender Stoffe aufweisen. Zu den Auswirkungen dieser Geräte fehlen bislang allerdings Langzeitstudien.

Der Einweg-Trend ist rückläufig

Laut dem Verband des E-Zigarettenhandels ist der Konsum der Einweg-Produkte eher rückläufig. "Der Peak scheint gebrochen", sagt Horst Winkler. "Viele, die das Produkt nur mal ausprobieren wollten, fallen inzwischen weg. Das liegt unter anderem auch daran, dass der Fachhandel es geschafft hat, zahlreiche Konsumenten von Einweg-E-Zigaretten von den Vorzügen wiederverwendbarer Modelle zu überzeugen."

 

Teaserbild: Einweg-E-Zigaretten gehören nicht einfach in den Müll // Sascha Werner

Die Autoren

Autorenfoto Stefan Hammes

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