Zwei Beispiel Avatare von Yui aus unserem Interview und Robin Bartz.

V-Tubing mit Hilfe von 3D-Avataren

Durch in Asien entwickelte Motion Capture Technologie müssen sich Internet Stars nicht mehr selbst zeigen. Mit Hilfe einer speziellen Kamera projizieren sie ihre Körperbewegungen auf einen selbst erstellten 3D-Avatar. Experten sind vom Potential überzeugt, Technikjournal hat die Technik für V-Tubing getestet. //von Jan-Hendrik Bitter und Robin Bartz

Streaming Plattformen, wie Twitch, erobern immer mehr Zuschauer. Im Schnitt wird die Plattform von rund 17,5 Millionen Nutzern täglich besucht. Gerade bei jüngeren polarisiert die Plattform. Im Vordergrund stehen die einzelnen Streamer, die "Stars". Tausende Nutzer schauen Ihnen während Ihren Streams beim -Zocken-, Zeichnen oder auch nur beim Reden zu. Durch den Live-Chat haben die Zuschauer die Möglichkeit mit den Content Creatorn zu interagieren. Viele Streamer filmen sich dabei selbst. So geben sie viel von sich Preis und müssen zunehmend auf Ihre Privatsphäre verzichten. Wer darauf keine Lust hat, kann sich mit der Motion-Capture-Technologie anfreunden. Diese Streamer nennt man dann V-Tuber.

Streaming mit einem 3D-Avatar

V-Tuber verbergen sich hinter einer virtuellen Figur. Bei der Wahl des 3D-Avatars sind dem Streamer keine Grenzen gesetzt. Mit der Motion-Capture-Technologie ist es ihm möglich in jede erdenkliche Rolle und Figur einzutauchen. Er kann sein Aussehen beliebig oft ändern und es zum Beispiel seinem Stream-Content anpassen. Gerade diese Verwandlungsmöglichkeiten machen das 3D-Streaming für viele sehr interessant. Für die meisten ist jedoch der Punkt der Anonymität ausschlaggebend. Man schützt seine Privatsphäre. Für die Streamerin Yui war aber auch der Hate ein Grund, sich für das V-Tubing zu entscheiden. "Natürlich ist auch ein Teil des Grundes, dass ich mich nicht richtig zeige, der Hate. Egal ob man jetzt hübsch oder hässlich ist. Beleidigungen über das Aussehen gibt es immer. Ich hatte nie Lust auf diese Äußerlichkeiten." Interessant wird das V-Tubing also nicht nur durch die große Gestaltungsmöglichkeiten, sondern auch durch den Schutz vor Hass und dem Schutz der Privatsphäre im Internet.



Hardware und Software Basics

Wer mit dem V-Tubing anfangen möchte, braucht erst mal nicht viel. Für die Erstellung des 3-D Avatars eignen sich die beiden kostenlosen Programme Vroid Studio oder Vtube Maker auf Steam.  Der Nutzer hat zudem die Möglichkeit, sich direkt ein fertiges 3D-Modell zu kaufen. Um den Avatar zu steuern, ist im nächsten Schritt eine Gesichtserkennungssoftware nötig. Hier gibt es verschiedenste Programme in jeder Preisklasse. Die Software Luppet kostet beispielsweise 50 Euro, aber auch hier gibt es kostenlose Programme, wie zum Beispiel 3tene von Steam. Um die Software nutzen zu können, benötigt der Nutzer eine Webcam und ein Mikrofon. Beide sollten einwandfrei funktionieren und ein relativ gutes Bild- und Tonsignal liefern.

Erweiterungen

Um seinem Avatar Hand- und Körperbewegungen zu ermöglichen, benötigt der Nutzer eine Leap-Motion-Camera. Diese liegt preislich bei rund 100 Euro, ist aber für das V-Tubing jedoch nicht essenziell. Mithilfe einer VR Brille lassen sich Kopfbewegungen noch realistischer darstellen, sind aber auch teurer. Die HTC Vive kostet zum Beispiel 1.200 Euro. Für Körperbewegungen gibt es ganze Body-Track-Suits ab 200 Euro aufwärts. So lassen sich Gesicht und Körperbewegungen noch realistischer darstellen. Für den normalen Stream reicht  günstiges Equipment völlig aus. Ein gutes Mikrofon und eine aktuelle Kamera liegen preislich bei rund 50 Euro.

Zukunft von V-Tubing vielversprechend

V-Tubing ist unter den europäischen Streamern noch nicht verbreitet. Bisher wird die Technologie vor allem von Streamern aus dem asiatischen Raum genutzt. Taylor Ward, Senior Manager & Product Strategy bei Elgato, sieht jedoch enormes Potential in der Zukunft von V-Tubing. "Viele Streaming Trends haben Ihren Ursprung in Asien gefunden, erst später wurden sie auch in Europa angenommen." Die Technologie befinde sich erst am Anfang. Laut dem Experten reift die Technologie noch, in Zukunft wird Sie einfacher zu bedienen sein und so noch mehr Nutzer anziehen. Zusätzlich öffnet die Möglichkeit Aussehen und Stimme zu verändern die Chance, sich seine eigene digitale Identität aufzubauen, ohne dabei seine Identität preiszugeben. Aus diesem Grund plant die Firma Elgato, V-Tubing Technik in ihre Soft- und Hardware zu integrieren.

//von Robin Bartz und Jan-Hendrik Bitter

Teaserbild: Mit Hilfe von 3D-Avataren als digitale Persönlichkeit streamen. // Quelle: Robin Bartz

Die Autoren:

Autor Jan-Hendrik Bitter

Jan-Hendrik Bitter

Autor Robin Bartz

Robin Bartz

Kommentar hinterlassen

Mit Absenden des Formulars erkären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung der darin eingegebenen personenbezogenen Daten einverstanden. Weitere Hinweise dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.