Die 4 Säulen des NFTs (Ethereum, Smart Contract, Blockchain und das NFT selbst)

From Bitcoin With Love – Mit NFTs in die Zukunft

Medienhype NFTs: Fast jede Person hat den Begriff schon einmal gehört, doch was verbirgt sich eigentlich dahinter? Das funktioniert unter anderem mit dem Bitcoin. // von Solaiman Boucharnouf und Marvin Buckow

NFTs erlangten schnell eine große Bekanntheit. Der Begriff NFT steht für Non-Fungible Token. Übersetzt bedeutet das so viel wie “Nicht austauschbarer Indikator” beziehungsweise “Nicht austauschbare Wertmarke”. Ein NFT stellt ein Zeichen oder Indiz dar, das für sich einzigartig ist und nicht kopiert werden kann. Anhand dieser Einzigartigkeit kann ein NFT von möglichen Fälschungen unterschieden werden. Der bekannteste Verwendungszweck sind digitale Kunstwerke oder Animationen, aber auch jede andere Datei ist möglich. Der Bekleidungshersteller Nike hat beispielsweise eine Schuhkollektion namens „Crypto Kicks“ als NFTs verkauft.

Fünf Fakten über NFTs: 1. Rund 28.6 Millionen Wallets handelten im Jahr 2021 mit NFTs 2. OpenSea ist der größte NFT-Marktplatz 3. China ist das Land, das am meisten an NFTs interessiert ist 4. Seit 2021 gibt es rund 360.000 NFT-Besitzer 5. Das teuerste NFT-Meme wurde für 4 Millionen Dollar verkauft

Fünf Fakten über NFTs // Grafik: Solaiman Boucharnouf

Die Blockchain als Basis

Die Blockchain funktioniert nach dem Prinzip von einzigartigen Code-Blöcken, ähnlich der DNS von Lebewesen: So basiert jeder Mensch auf der DNS aber jede “Version” der jeweiligen DNS ist ein Unikat. In der Blockchain findet sich dies wieder, jeder Bestandteil dieses Codes ist einzigartig und kann dadurch von jedem anderen Teil-Code unterschieden werden. Diese Einzigartigkeit macht ein Kunstwerk zu einem NFT.

Erstellen eines NFT

Aus verschiedenen Daten des Werkes, darunter zur Herstellung und Änderung, errechnet sich ein Code-Block, der ab dem Zeitpunkt nur noch durch weitere Daten ergänzt wird. Stark vereinfacht ließe sich eine Blockchain als eine Datenstruktur darstellen, der lediglich neue Daten hinzugefügt werden können, so Marco Hünseler, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Zusammen mit Professorin Kerstin Lemke-Rust erforscht er die Potenziale der Blockchain-Technologie für die Verbraucheranwendung. So gibt es verschiedene Konsensverfahren, die gestatten, dass grundsätzlich jedes System einen solchen Datenblock hinzufügen darf. Abhängig von den Regeln der jeweiligen Blockchain überprüfen dann andere Systeme, ob der hinzugefügte Block gültig ist und ein Nachweis über die Herstellung dieses Blocks vorliegt. Ein solches Netzwerk wird dezentral betrieben und verwendet lediglich eine von allen teilnehmenden Systemen genutzte Datenbasis. Anwendung findet dies beim sogenannten “Crypto-Mining”. Dabei wird Rechenleistung zur Herstellung neuer Code-Blöcke bereitgestellt. Auch hier gibt es Abstufungen der Berechtigungen, etwa bei privaten oder teilprivaten Blockchains.

 

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So funktionieren NFTs

Ein NFT besteht aus einem Datenmuster, das fälschungssicher in der Blockchain gespeichert wird. Dieses Datenmuster errechnet ein Algorithmus aus der Datei selbst. Außerdem müsse es sich dabei nicht einmal um ein Bild handeln, jede elektronische Datei könne verwendet werden, um ein NFT herzustellen, so Hannes Bauer, Internetpionier und Suchmaschinengründer. Mit seiner Firma Truzzt bietet er Unternehmen fälschungssichere Identitäten und sicheren Datenaustausch auf Basis der Blockchain-Technologie an. Jede Änderung an der Datei ändert im Umkehrschluss auch das Datenmuster. Jemand, der das Bild einfach kopierte und durch ein eigens erstelltes Datenmuster die Echtheit vortäuschte, hätte einen anderen Datenwert als das Original und würde somit widerlegt werden können.

NFTs im Alltag

Ein bekanntes Beispiel für ein NFT sind QR-Codes auf Einkaufszetteln, so beispielsweise verwendet in einigen Fastfood-Restaurants: Die genaue Bestellung inklusive des Datums, der Uhrzeit und gegebenenfalls auch die Nummer der Kasse oder der Name des Mitarbeitenden sind in dem Code eingespeichert und bilden so einen einzigartigen Datensatz.

Es handelt sich bei einem NFT einfach gesagt um eine Nummer, der ein*e Eigentümer*in anhand einer Blockchain-Adresse zugeordnet sei. Dieser Nummer können auch weitere Informationen zugeordnet sein, beispielsweise URLs. Diese Zuordnung kann dann über die gängigen Handelsportale an andere Adressen transferiert und damit an andere Personen übertragen werden. Darüber hinaus existiert auch ein Ökosystem an Explorern, Handelsportalen und Besitzer*innen von NFTs. Diese vielmehr gesellschaftliche Komponente gebe den NFTs ihre tatsächliche Bedeutung als die reine Technik auf der Blockchain, so Marco Hünseler.

Über die Blockchain als Basis von Kryptowährungen berichtete technikjournal.de bereits.

"Das ist keine Entwicklung. Der Wert ist nicht abgesichert. Es sind ganz viele ideelle Werte und diese können immer rauf und runter springen - das ist eine der größten Gefahren, die jetzt bei den NFTs gemacht wurden. Aber nur, weil man die NFTs dafür verwendet. Also wenn ich jetzt nur die rechtliche Absicherung von elektronischen Werken verwenden möchte und das geldmäßig nicht bewerte, sind die Risiken dadurch geringer. So kann ich das Besitztum von elektronischen Dingen nachweisen."

- Hannes Bauer (Internet-Pionier und Suchmaschinen-Gründer)

 

"Interessant werden NFTs an dem Punkt, wo man Ihnen eine Bedeutung zumisst. Wenn man sicher sein kann, welche Konditionen und Rechte ein NFT verbrieft und eine:n vertrauenswürdige:n Handelspartner:in hat, dann können NFTs ein Weg sein, diese Rechte dezentral, ohne Intermediäre und ohne die Möglichkeit von Eingriffen Dritter permanent festzuhalten. Aufgrund des Tauschwerts von Kryptowährung können Sie zudem ein geeignetes Mittel sein, Einnahmen über deren Verkäufe zu generieren (etwa als "Merchandising" für Kunstschaffende)."

- Marco Hünseler (Wissenschaftlicher Mitarbeiter aus dem Fachbereich Informatik an der HS Bonn-Rhein-Sieg)

Diese Gefahren bestehen

Die Risiken sehen die Experten in den NFTs selbst: So sei beispielsweise der Wert von NFTs rein ideell, es gebe keinerlei Wertstabilität oder -sicherheit. Während im März 2021 eines der ältesten NTFs für 2,9 Dollar über den virtuellen Ladentisch ging, liegt das aktuelle Höchstgebot der noch immer laufenden Auktion bei rund 21.000 Dollar. Dazu kommt, dass aus einem Werk oft mehrere Originale erstellt werden, die jedes für sich zwar einzigartig sind, aber im Endeffekt mehr Ähnlichkeit mit beglaubigten Kopien aufweisen als mit tatsächlichen Unikaten. Auch kann das gleiche Werk auf Basis unterschiedlicher Kryptowährungen zu NFTs gemacht werden, wobei dort jedes für sich rein technisch ein einzigartiges Original ist.

Auch Betrug ist nicht ausgeschlossen

Eine weitere Problematik bilden gefälschte Zertifikate von unseriösen Portalen. Möglich sind diese Betrügereien der eigentlich fälschungssicheren Technologie dadurch, dass meistens nur die Handelsportale eindeutig in die Blockchain integriert sind, nicht jedoch die Nutzer*innen.  Auch Systemfehler in der Software von Wallets oder Blockchains sind nicht ausgeschlossen. Ausfälle können es Angreifende ermöglichen, digitale Werte zu stehlen oder sie unbrauchbar zu machen. Zu guter Letzt ist auch der massive Energieaufwand problematisch. Schätzungen zufolge verbrauchen NFT-Transaktionen knapp 238 kWh. Das übertrifft den durchschnittlichen Jahresverbrauch einer Waschmaschine. Durch die aktuelle Stromerzeugung entstehen gewaltige Mengen an CO2 in direkter Verbindung mit NFTs und Crypto-Mining.

Mit Smart Contracts zum eigenen NFT

Wer ein NFT selbst herstellen möchte, braucht zunächst die zu verschlüsselnde Datei, beispielsweise ein digitales Artwork. Darüber hinaus ist ein Teil einer Blockchain notwendig und außerdem entweder eine eigene Blockchain-Integration oder die eines Handelsportals. Die meisten Portale bieten einen Algorithmus an, um den Code-Block zu errechnen. Im Anschluss ist das erstellte NFT bereit für den Handel. Ein Handelsvertrag über ein solches NFT heißt Smart Contract.

 

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Ein Ausblick in die Zukunft

Internetpionier Hannes Bauer ist es wichtig, dass der Hype um die „mystischen“ NFTs und der Gedanke an das schnelle Geld verschwindet. Die Technologie solle vermehrt zu ihrem eigentlichen Nutzen kommen, der mehr ist, als eindeutig verifizierbare Kunstwerke. Schließlich erfüllen NFTs außer Kunst keinen weiteren Zweck. Zwar sei der Handel mit NFTs nicht automatisch schlecht, Nutzende müssen sich aber klar machen, dass es für sie keine Wertstabilität gibt und sich das Ganze im Rahmen abspielen sollte, um den eigentlichen Nutzen der Technologie nicht in den Hintergrund zu rücken. Auch Marco Hünseler sieht in der Blockchain-Technologie mögliche Anwendungen für die Zukunft, beispielsweise bei IT-Sicherheitsproblemen. Viele dieser Probleme könne mit Möglichkeiten der Blockchain begegnet werden, so der Experte. Durch unabhängige Prüfungen eines offenen Codes könne so Verifizierbarkeit gewährleistet werden. Was die NFTs und den Handel mit ihnen angeht, braucht es auf Seiten der Nutzenden mehr Aufklärung über die bestehenden Risiken.

In Zukunft solle es deutlich mehr Betreiber von Blockchains geben, die zudem nicht exzessiv „gemined“ würden und dadurch viel weniger Umweltbelastungen verursachen, prognostiziert Hannes Bauer. Blockchain-Nodes würden so zu einer Ressource statt zu ideellen Wertgegenständen, ähnlich wie der DNS-Service im Internet. Niemand bezahlt ihn direkt, die Provider berechnen lediglich eine Mischkalkulation. Zum Absichern von Daten, dem Gewährleisten von Echtheit und auch Urheberrechten ist die Technologie schließlich eine sehr sinnvolle Anwendung.

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Was sind NFTs und wie funktionieren sie? // Grafik: Solaiman Boucharnouf

Teaserbild: Die 4 Säulen des NFTs (Ethereum, Smart Contract, Blockchain und das NFT selbst) // Quelle: Solaiman Boucharnouf

Die Autoren

Solaiman Boucharnouf

Autor Marvin Buckow

Marvin Buckow

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